Buchen Kahlschlag im Stahlbühlwald

Viele besorgte Bürger*innen haben sich in den letzten Tagen bei uns gemeldet, weil sie die zahlreichen gefällten Buchenstämme im Stahlbühlwald gesehen haben. Die überwiegende Mehrzahl der Bäume sehen gesund aus, daher ist es unverständlich, warum diese gefällt wurden. Die pauschale Begründung, dass die Bäume geschädigt seien und aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden mussten, wollen wir nicht mehr hinnehmen.

Unser schöner Stahlbühlwald wird immer weniger und die Bürger*innen fragen sich, wohin das noch führen wird.

Wir veröffentlichen hier unsere Antwort auf die Bürgeranfragen:

Herzlichen Dank für Ihre Mail und die Informationen und Ihr Interesse an unserem Gemeindewald. Wir sind genau so entsetzt über diese Tatsache, wie Sie.

Ja, in der Tat, wissen wir darum, dass es im Stahlbühlwald gelinde gesagt „sehr schlimm“ aussieht. Das sieht eigentlich jeder Spaziergänger, der mit offenen Augen dort durchgeht. Sie dürfen versichert sein, dass auch uns dies wirklich Sorgen bereitet und wir mit der aktuellen Situation keinesfalls zufrieden sind und diese so mittragen.

Grundlage für die Waldbewirtschaftung ist der Forsteinrichtungsplan des Gemeindewaldes der immer auf zehn Jahre festgeschrieben ist. Dieser wurde 2016 neu erstellt und gilt bis 2026.
Dazu gibt es den jährlichen Forstbetriebsplan der im Dezember vorgestellt wurde. Hier wurde das Zahlenwerk 2021 und die Planung für 2022 vorgestellt.

So soll der Einschlag laufender Festmeter gegenüber 2021 um 600 fm auf 3.000 reduziert werden. Allerdings wurde uns mitgeteilt, dass auch für 2022 kein regulärer Einschlag geplant ist, sondern aufgrund des Klimawandels und witterungsbedingten Ereignissen diese Menge ausschließlich mit Schadholz gefällt werden soll. Dies wurde so auch im Finanz- und Verwaltungsausschuss so kommuniziert. Dem scheint aber wohl nicht so zu sein, wenn man Ihre Fotos betrachtet. Man sieht neben Schadholz doch einige Bäume die gesund sind und keinesfalls hätten gefällt werden dürfen, auch nicht, um nur mit dem Harvester dorthin zu kommen, wo weitere Einschläge geplant sind. Dies ist auch für uns absolut inakzeptabel.

Seit kurzem ist für unseren Gemeindewald von Seiten des Landratsamts Frau Radlinger zuständig, von der wir einen guten Eindruck gewinnen konnten, auch im Hinblick auf eine zukünftig ökologischere und nachhaltigere Waldbewirtschaftung. Ich möchte Sie bitten und ermuntern, dass auch Sie als Bürger, auf die Verwaltung zugehen und Ihren Umut äußern. Wir halten es für wichtig, dass nicht nur wir Gemeinderäte hier Kritik ausüben, sondern deutlich wird, dass die Bürger hier wachsam sind und sehr kritisch betrachten, wie mit dem Waldumgegangen wird.

Wenn es nach unserer Fraktion geht, gibt es zukünftig keinerlei Einschlag mehr und das Ziel muss eine ökologische Waldbewirtschaftung sein nach dem Motto „weniger ist mehr“. Hierzu bedarf es allerdings eines neuen Konzeptes. Als Beispiel könnte hier das Lübecker Stadtwaldkonzept dienen, in welchem wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz in Einklang gebracht werden.

Allerdings haben wir als Fraktion lediglich vier Stimmen von zwanzig, und bei solchen Entscheidungen fehlt es leider einfach an Mehrheiten für einen solchen erforderlichen Umbruch. Aber ein weiter so, wie wir es gerade erleben, kann und darf es eigentlich im Hinblick auf den stark fortschreitenden Klimawandel nicht geben.

Aber wir werden uns weiter mit Engagement und Kraft für eine ökologische Waldbewirtschaftung unseres Gemeindewaldes einsetzen, das kann ich Ihnen versichern. Wir haben gelernt, dass alles lange dauert, manchmal sehr zäh ist und man viel Geduld, Kraft und Überzeugungsarbeit benötigt, um kleine Erfolge zu erzielen.

Die zahlreichen Rückmeldungen lassen erahnen, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger äußerst unzufrieden mit der Waldbewirtschaftung in unserer Gemeinde sind.

Wir denken, aus unseren Zeilen ist klar, dass unserer Fraktion der Wald, insbesondere auch der Stahlbühlwald, sehr am Herzen liegt.
Die Entwicklung ist sehr frustrierend und unbefriedigend. Deshalb wird sich unsere Gemeinderatsfraktion für eine Veränderung in dieser Sache einsetzen.

Hier noch einige Fotos aus dem Stahlbühlwald vom 8. Februar 2022:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Stahlbühlwald verliert seine Buchen

 

 

 

 

 

 

 

 

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